, Aebi Daniel

Rückblick NLC Hinrunde

Ein Rückblick vom "Stamm-Ersatzspieler" zur Hinrunde von Aarberg 1 in der Nationalliga C.

Saisonstart, erste Runde / Prolog
Seit der zweiten Runde treten wir nun fast ausschliesslich mit dem Stammspieler Jan Svoboda sowie der Corona-Ersatzspieler Ruedi und meine Wenigkeit an. Der Einsatz der Stammspieler Jan Dürrenmatt und Marc Weber (Mec) mit Hilfe Corona-Test's ist geplant, bisher konnte sich aber erst Mec einmal testen und somit spielen. Die erste Runde verlor Aarberg, noch in Stammbesetzung, 4:6 gegen Burgdorf.

Schöftland und Delémont / Erste Schritte
Runde 2 traten wir in Schöftland in der Besetzung Jan, Mec und ich an. Bei Schöftland brillierte vor allem Erich Niessner mit seinen gefürchteten Service und 3.5 Siegen. Gegen Dajana und Christoph (beide B13) konnte Jan sein Spiel aufziehen und souverän gewinnen, besonders gegen Dajana mag ich mich an einige attraktive Ballwechsel erinnern. Für Mec und mich war leider nichts zu holen ausser einzelne Satzgewinne und gute Spielerfahrungen. Das Doppel Jan und ich schien aber nicht schlecht zu harmonieren, leider verloren wir dennoch in fünf Sätzen.

Mit Delémont war im nächsten Spiel dann eine der stärksten Mannschaften der Liga zu Gast in Aarberg. Mit Romain, David und Tahar standen aussschliesslich A-Spieler an der Platte. Mir ging das Ganze zu schnell, ich war gefundenes Fressen für die Jurassier. Hier wurde mir klar aufgezeigt, wie gross der Unterschied 1. Liga zu Nati C eigentlich aussieht. Besonders Tahar war meilenweit besser, wobei der wohl gut auch Nati B spielen könnte. Ruedi schlug sich beachtlich, musste gegen Romain bitter im Fünften in der Verlängerung als Verlierer von der Platte. Ziemlich identisch, ebenfalls mit 11:13 im Fünften musste auch Jan Romain zum Sieg gratulieren. Das Doppel war kurz gesagt eine Lektion für mich und Jan. Kei-ne Chan-ce! Gegen das Spitzenteam kassierte wir also eine 10:0 Niederlage.

Die Chancen zum Ligaerhalt schien verschwindend klein, nach den beiden Spielen hätte ich wohl auf 1% geschätzt.

Döttingen und Rapid Luzern 2 / Erste Punkte
Gegen Döttingen rechneten wir uns mehr aus als noch gegen Delémont, jedoch haben sie mit Robin (A17) einen klaren Leader, mit dem es schwer wird um an Punkte zu kommen. Jan holte gegen Victor und Marcel zwei Einzelsiege, das war souverän von unserer Nummer 1. Ruedi und ich kamen einzig bei Marcel in die Nähe vom Bereich reelle Chance, gegen Victor und seinem etwas unkonventionellem Spielstil kamen wir beide nicht klar. Gegen Robin durfte ich ein paar mal staunen und Bälle aufsammeln gehen, schlicht zu stark für mich. Ruedi schlug sich besser, konnte aber keinen Satz gewinnen (wenn auch knapp). Jan zeigte sich gegen Robin von seiner besten Seite, spielte teilweise sensationell und nahm, je länger der Match dauerte, die Zügel in die Hand seinen schnellen Topspins. Erst im Fünften konnte sich Robin wieder befreien und gewann den hochklassigen Match. Im Doppel spielten wiederum Jan und ich, gegen Robin und Marcel. Wir spielten ein super Doppel, machten den aktiveren Part und liessen so die Gegner und vor allem Robin nicht zum angreifen kommen. Verdientermassen konnten wir mit dem Doppel somit einen Punkt aus Döttingen entführen.

In Luzern wollten wir auf den Leistungen vom Döttingen-Match aufbauen. Ein Punkt schien aber hier etwas weniger realistisch, spielte Luzern mit zwei A Spieler und dem aufstrebenden Nachwuchstalent Ben (bei dem jedem klar war, dass seine C10 Klassierung nicht der wahren Spielstärke gerecht wurde). So mussten wir uns alle dem jüngsten Spieler der Runde geschlagen geben. Interessanterweise kamen wir unter Anderem mit seinen eher spin-armen Eröffnunstopspins nicht zurecht. Gerade Jan schlug die Bälle reihenweise ins Netz bei seinen gefürchteten Gegentopspins. Auch sonst waren Ruedi und ich in den Einzel eher Sparing-Partner als eine wirkliche Gefahr. Jan hingegen verblüffte uns nicht zum ersten Mal und schlug sowohl Filippo (A17) 3:1 und auch Guglielmo (A16) 3:2! Wir hatten also im Doppel tatsächlich wieder die Chance auf einen Punkt. Im vierten Satz hatte ich eine kleine Sternstunde und wehrte erst einen Matchball halb umfallend mit einem RH-Topspin ab und prügelte zwei gnadenlose VH-Topspins zum Satzgewinn hinterher. Im Fünften wechselten wir mit Rückstand die Seite, spielten dann aber in der für uns besseren Konstellation. Von da an gabs nicht mehr viel zu holen für die Gegner und wir brachten den Match und somit einen Punkt aufs Matchblatt.

Zwei Punkte aus den zwei Auswärtsspielen war eine gute Ausbeute, für das bisher nur Jan Einzelsiege einfahren konnte. Nun mussten aber irgendwann auch die Ersatzspieler auftrumpfen damits keine One-Man-Show bleibt.

Lenzburg / Erster Sieg
Da Lenzburg ohne den A-Spieler Lauper und auch ohne Ronny Abt antrat, schien bei dem Match unverhofft einiges drin zu liegen. Ich konnte gleich zu Beginn den Ersatzspieler Sejhan relativ souverän schlagen. Auch Jan gab gegen Belul einen Satz ab, gewann sonst aber klar. Ruedi spielte gegen Vito stark und musste unglücklich mit einer Fünfsatzniederlage zum Bänkli. Alle drei verlorenen Sätze 9:11 sagt wohl schon alles. Ich kam viel weniger gut klar gegen Vito und verlor 3:0. Ruedi brach gegen Belul nach gewonnem Startsatz ein, konnte sich dann nicht mehr rechtzeitig aufraffen und verlor in vier. Jan hingegen erledigte die "Pflichtaufgabe" und gewann gegen Sejhan klar.
Im Doppel konnten Jan und ich an unsere letzten Leistungen anknüpfen. Nicht immer konstant, aber mit einem souveränen fünften Satz gewannen wir das dritte Doppel in Folge. Der Sieg in Reichweite?
Ich spielte Belul 2.9 Sätze lang wortwörtlich an die Wand. Bei 10:8 im dritten konnte ich aber zwei Matchbälle nicht versorgen. Von da an war die Luft draussen. Belul stellte etwas das Spiel um und ich war ausgepumpt und konnte nicht mehr annähernd an die ersten Sätze anknüpfen und verlor. Jan schlug parallel in einem engen Spiel Vito im fünften Satz. Es kam nun auf Ruedi an, viel Druck. Sejhan war sich das Spiel gegen Noppen wohl gewohnt, entsprechend entwickelte sich ein Match in dem das Momentum regelmässig hin und her kippte. So wechselten sie sich mit dem gewinnen der Sätze ab bis zum Schluss, jeweils relativ klar. Einzig der Startsatz gewann Ruedi 13:11, was rückblickend der Knackpunkt war und die Basis für den Sieg von Ruedi legte.

Der erste Sieg war Tatsache. Ein weiteres Mal ein klasse spielender Jan, diesmal gut ergänzt durch Ruedi und mich. Damit rücken wir in der Tabelle wieder etwas näher an die anderen Mannschaften heran. Die Chance zum Klassenerhalt steigt. Zwar immer noch tief, aber vielleicht mittlerweile bei 10%.

Heimberg / Erster Rückschlag
Gegen Heimberg in Bestbesetzung setzten wir wieder auf tiefere Ziele. Ein Punkt war angestrebt, dürfte aber schwierig zu holen sein. Das lag auch an Dänu Bühlmann, der unantastbar schien und keinen Satz abgab. Zu stark für uns, der A17 klassierte Heimberger. Gegen Sämi waren Ruedi und ich nicht ganz so Chancenlos, besonders Ruedi verlor nur in knappen Sätzen 1:3. Ich hatte im ersten Satz die Chance zum Satzgewinn, danach war der Zug abgefahren. Im Noppenduell gegen Curdin konnte Ruedi nicht ganz an die Leistung vom Match gegen Sämi anknüpfen und machte zu viele einfache Fehler und verlor 0:3. Jan zermürbte die Moral von Curdin in der ersten Runde bereits etwas und schlug ihn 3:1. Mir gelang in der Schlussrunde gegen Curdin einer der besten Matches der Saison. Weder gegen die Noppen noch die spinnigen Topspins war ich anfällig und konnte das Spiel auch meinerseits aktiv gestalten. Glatt in drei Sätzen war das Verdikt.
Bleibt noch das Spiel Jan gegen Sämi. Wer gut mitgezählt hat merkt, dass es wieder mal um einen Punkt ging. Passend dazu handelte es sich auch ums letzte Spiel auf dem Centre-Court, zur maximalen Spannung beitragend natürlich um einen Fünfsatz-Krimi. Jan setzte sich dabei deutlich ab und führte mit 9:3. Mit dem Sieg vor Augen (oder bei Sämi mit der Niederlage vor Augen?) schwenkte der Match plötzlich völlig um. Sämi brachte Topspin um Topspin auf die Platte. Jan hingegen schien blockiert und war nur noch am reagieren. Unglaublich, musste er plötzlich nach sieben Punkten in Folge für Sämi einen Matchball abwehren. Kippte es wieder? Nein, Sämi hielt den Schwung auf eigener Seite und gewann tatsächlich noch den Match. Bitter, bitter.

Doch keine Punkte gegen Heimberg. Sicher nicht unverdiente 4 Punkte für Heimberg wenn man die klaren Resultate anschaut aber halt trotzdem bitter für uns mit der verpassten, unverhofften Chance auf einen Punkt.

PS: Für noch mehr Diskussionsstoff sorgte aber das erstaunliche Missverhältnis von Cordon Bleu zu Gemüse in der Beiz. Beziehungsweise Gemüseteller mit Cordon Bleu Beilage. Siehe akurate bildlicher Grössenbeschrieb vom Fleischstück:

PPS: Zur Frustrationsbewältigung (Cordon Bleu Gate) helfen übrigens eine oder mehrere Brisen Berliner Luft..

Ausblick / Epilog
Ein gelungener Abschluss der Hinrunde mit den geilen Siechen aus Heimberg. Schon bald startet aber die Rückrunde. Wir sind gespannt, ob wir noch die eine oder andere Überraschung landen können und auch wie lange die Zertifikats-Pflicht - und damit die Einsätze von Ruedi und mir - noch bestehen bleibt.